Studien

Die Behandlung des Dickdarmkrebses ist heute in der Mehrzahl der Fälle erfolgreich. Viele Betroffene können geheilt werden. Auch Patienten, deren Krankheit fortgeschritten ist, kann über lange Jahre geholfen werden, das Leiden wird in eine chronische Krankheit überführt.
Diese Erfolge sind Frucht einer langjährigen Bemühung vieler Wissenschaftler und Ärzte, wobei die Deutsche Universitätsmedizin in Verbindung mit den zertifizierten Darmzentren dabei eine hervorragende Rolle spielt.
Die Teilnahme an Studien, die die Erforschung der Ursachen des Dickdarmkrebses zum Gegenstand haben und die Verbesserung der Therapie ist Merkmal eines qualifizierten Darmzentrums. Untersuchungen haben gezeigt, wenn Menschen im Rahmen von Studien behandelt werden, werden sie intensiver betreut und die Behandlungsergebnisse sind meist überdurchschnittlich erfolgreich.

Das Offenbacher DarmCentrum nimmt derzeit an folgenden Studien teil

Studien zur Ursachenforschung:

  • IDA:
    Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg wird aus Blut- u. Stuhlproben der Betroffenen versucht, genetische Veränderungen zu identifizieren, die Ursache einer Krebserkrankung sein können. Es werden nur die Vorgeschichte (Anamnese) und Angaben zur Krankengeschichte notiert. Darüber hinaus wird eine Stuhl- u. Blutprobe untersucht. Da diese Proben auch für ggf. zukünftige Untersuchungen eingefroren werden, ist eine Datenschutzerklärung notwendig.

Studien zur Therapie des Dickdarmkrebses:

  • I Erbitag (Rekrutierungsende 30.06.2018):
    Bundesweite Multizenterstudie zur Überprüfung der Verträglichkeit des Medikamentes Cetuximab. Bei dieser Studie werden insbesondere Nebenwirkungen dieses Medikamentes erfasst, das schon seit einer Reihe von Jahren zugelassen ist. Ziel ist es, die Dauer der Behandlung, die Dosis und die Verträglichkeit zu verbessern.
  • II QoLiTrap (Rekrutierungsende 09/2019):
    Ziel dieser Studie ist es, die Verträglichkeit des Medikamentes Aflibercept zu dokumentieren und zu erfassen. Das Medikament ist zugelassen. Ziel ist es die angemessene Dauer, Dosis und Verträglichkeit der Behandlung zu erfassen und die Behandlungsergebnisse zu optimieren.
  • III PanaMa:
    Eine Behandlungsstudie. Im Vergleich wird der Effekt des Medikamentes Panitumumab in Verbindung mit einer Standardchemotherapie geprüft. Nach initialem Ansprechen erhält die eine Gruppe der Betroffenen das Medikament weiter, bei den Anderen wird die Gabe des Medikamentes ausgesetzt, nur eine reduzierte Chemotherapie weiter gegeben. Bei Fortschreiten der Erkrankung kann das Medikament zum erneuten Ansprechen wieder gegeben werden. Diese Studie richtet sich an Patienten mit fortgeschrittenen Dickdarmkarzinomen. Es handelt sich ebenfalls um eine Multizenterstudie. Die Zuordnung zur Behandlungsgruppe erfolgt durch ein Losverfahren (Randomisation).

Studie zur Behandlung von Mastdarmtumoren (Rektumkarzinomen): CAOAROAIO-12 (Rekrutierungsende 05/2018)

  • Bei der Behandlung von Mastdarmtumoren genügt eine Operation nur selten. Es ist fast immer eine Kombination aus einer Strahlen-Chemotherapie und einer der Operation notwendig. Die vor einem Eingriff bisher als Standard vorgesehene Operation soll verbessert werden. Es wird getestet, ob eine zusätzliche vorgeschaltete Chemotherapie und eine Anpassung der Strahlendosis die Ergebnisse zu verbessern vermag. Ziel ist es, die Rate der lokalen Rückfälle zu senken, die Heilungsrate zu verbessern und Nebenwirkungen der Behandlung zu mildern. Die Studie richtet sich an Patienten mit Mastdarmtumoren, deren Krankheit nicht gestreut hat.

Fragen zu allen diesen Studien beantworten Ihnen Ihre behandelnden Ärzte aus dem DarmCentrum gerne. Wir werden einzelne Betroffene, die zur Teilnahme an einer Studie geeignet sind, auch gezielt ansprechen. Voraussetzung zur Teilnahme ist immer Ihre Zustimmung nach informierter Überlegung.

Prof. Dr. med. habil. Stephan Sahm
Leiter Offenbacher DarmCentrum